Nach der Bekanntgabe des erneuten Lockdowns war den meisten klar, ein weiterführen der aktuellen Bundesliga wird schwierig, und wenn, dann ohne Zuschauer und mit erheblichen finanziellen Einbußen der Vereine. Die Deutsche Turnliga hat sich nach dem Beginn des Lockdowns auf zwei mögliche Szenarien festgelegt, unter welchen die Vereine abstimmen sollten.
Variante 1 ist einfach erklärt. Sie beschreibt den sofortigen Abbruch der Liga. Dadurch wird es keinen Aufsteiger in die erste Bundesliga und auch keinen Absteiger in Liga drei geben. Alle Vereine, die dieses Jahr in der zweiten Bundesliga turnen, werden also nächstes Jahr zur Saison 2021 wieder im gewohnten Modus aufeinandertreffen. Variante 2 beschreibt einen Aufschub der Bundesligasaison in das nächste Jahr hinein. Die Wettkämpfe dieses Jahres werden abgesagt und im Januar nächsten Jahres nachgeholt. Ebenso das Halbfinale und das Finale um den Aufstieg.
Die Abstimmung der Vereine war leider eindeutig. Zwei Drittel stimmten für Variante 1 und somit für den Abbruch der Liga. Nicht so der TSV, die Funktionäre, sowie alle Sportler waren eindeutig für die zweite Variante. Das lag zum einen an der aussichtsreichen Position in der Tabelle, zum anderen aber am Willen, die hart erarbeiteten Übungen zu präsentieren und sich zu messen. Nachdem der erste Wettkampf der Saison gegen den TSV Pfuhl, absoluter Topfavorit der Liga, nur knapp mit vier Scorepunkten Unterschied verloren ging, war die Stimmung im Team entsprechend und man wollte zeigen, dass man sich wieder in die obere Tabellenhälfte orientiert. Für den zweiten Wettkampf gegen den VfL Kirchheim war daher das Ziel klar gesetzt. Ein Sieg mit möglichst vielen Gerätepunkten. Top motiviert und bereit für den Wettkampf wurde dieser jedoch dann denkbar knapp am Vorabend von der VfL abgesagt, da sich ein Sportler aus Kirchheim in Quarantäne begeben musste. Der Wettkampf ging also mit 12:0 Geräten an den TSV. Um den Zuschauern dennoch etwas bieten zu können wurde kurzerhand ein Showwettkampf organisiert, in welchem sich die Athleten untereinander duellierten. Mit dem zweiten Platz nach dem zweiten Wettkampftag war mit einem Sieg im dritten Wettkampf noch alles möglich. „So gut aufgestellt wie diese Saison waren wir lange nichtmehr. Mit diesem Team wäre ein Platz auf dem Podium in der zweiten Bundesliga durchaus möglich gewesen. Wir werden alles geben, um unser Ziel von dieser Saison dann nächstes Jahr in die Tat umzusetzen.“, gibt sich Teamkapitän Florian Raab positiv.
Das Team wie auch die Betreuer gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus der Saison 2020. Man hat gesehen es wäre schon diese Saison mehr drin gewesen, weshalb der Abbruch schmerzt, aber es macht auch Lust auf mehr für die nächste Saison. Die Blicke aller Beteiligten sind somit schon auf die nächste Saison gerichtet. Die Athleten und Trainer hoffen, dass die nächste Saison wieder normal stattfinden kann und wünscht allen Fans gerade in dieser komplizierten Zeit Gesundheit.
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